
1.1 Die autistische Perspektive
Dies ist die erste Perspektive, wobei ich nicht davon ausgehe, dass jemals jemand völlig dieser Perspektive angehört, und doch kann man die autistische Perspektive am besten bei Kleinkindern, autistischen Kindern und zum Beispiel bei psychotischen Erwachsenen beobachten. Andererseits gleitet jeder von uns dann und wann in diese Perspektive hinein, am offensichtlichsten während unserer Tagträume oder wenn wir instinktiv, automatisch oder defensiv handeln.
Jemand mit einer autistischen Perspektive geht davon aus, dass die eigene subjektive Sichtweise die einzige ist, dass also jeder die Realität in dieser Weise wahrnimmt. Anders ausgedrückt ist diese Perspektive egozentrisch, selbstzentriert ja geradezu solipsistisch. Bei Kleinkindern (und vielleicht auch bei Tieren) liegt die autistische Perspektive sehr nah an der unmittelbar sinnlich erfahrenen Realität. Bei älteren Kindern und Erwachsenen umfasst sie meist vollkommenes Vertrauen in die eigene Konstruktion von Realität, mitsamt allen erlernten Differenzierungen. Im Falle einer Psychose gehören auch die differenzierten Konstruktionen dazu, die schon vor dem Zurückgleiten in den Autismus entwickelt wurden.
“Symptome” autistischer Wahrnehmung und Erkenntnis sind bei normalen Kindern und Erwachsenen zum Beispiel die Vorstellung von Magie, besonders der Wirkung von Magie, sowie Animismus, d.h. die Vorstellung, dass auch Tiere, Pflanzen und sogar physikalische Phänomene Ereignisse wahrnehmen und darauf reagieren, wie die Person selbst.
Zitation
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