Nachschlagewerke Online


d.wieser, 16. Juni 07

Meist landet man der Bequemlichkeit halber bei Wiki, es gibt allerdings wesentlich fachbezogenere, liebevoll bestückte Onlinelexika. Ich lege bei der Vorauswahl mein Augenmerk auf gute Benutzeroberflächen und halbwegs seriös wirkende Erläuterungen — meine Favoriten: …

Institut für deutsche Sprache

Wer in der Wildnis dieser putzigen Reform den Faden behalten will, kann sich vom Institut für deutsche Sprache die neusten Raffinessen bieten lassen.

Die Site bietet auch ein E-Lexikon mit ganz erstaunlichen Einträgen (da steht noch weniger drin als in meinem alten Duden), die allen Infos nach orthographischen Veränderungen widergeben. Für eben selbiges Phänomen kann ich spontan keine Beispiele finden — nunja, man kann in Zweifelsfällen dem geistigen Krampfanfall entrinnen, denn hier ist zumindest die Worttrennung ersichtlich, z.B.:
Normgerechte Schreibung: psychochirurgisch
Worttrennung: psy|cho|chi|r|ur|gisch
(copy ‘n paste — ich kann’s auch mit Silbentrennung nicht buchstabieren…)
» Host: ids-mannheim.de

Lexikon der Philosophie

Für diese Site hat jemand sein Herzblut gegeben, man findet in der Übersicht die unfasslichsten Detailinfos, da sieht man gerne über die etwas ungelenke Aufmachung der Site hinweg. Es handelt sich hier um eine meiner Lieblingsseiten (was auf mein philosophisches Defizit zurückweisen dürfte); man surft zwar nicht schön, aber staunend.
» Host: phillex.de

Philosophenlexikon

Die Schwesterseite des Philosophielexikons — irgendwie surft man hier bequemer, die Auswahl an Philosophen ist augenfällig riesig, die Textausbeute ist bei hämischen Stichproben begrenzt: “Roland Barthes ist ein Vertreter des Strukturalismus.” (Punkt!) — wow, eh?
» Host: philosophenlexikon.de

SocioLexikon

Die Bedienung ist denkbar einfach, die soziologischen Stichworte wirken etwas raumgreifender als die tatsächlichen Definitionen. Sicher keine tiefschürfenden und mit Bibliographie untermauerten Ausarbeitungen, aber zur Orientierung sicherlich brauchbar. Dort definierte man Sozialpsychologie (Anno 1999!) folgendermaßen: “Grenzwissenschaft zwischen Soziologie und Psychologie […]” — hübsch, nech?
» Host: sociologicus.de

Textlog

Peter Kietzmanns erstaunliche, zauberhaft gut geskriptete & sortierte Seite bietet neben belletristischen Texten auch philosophische Klassiker, die durchaus in die Psychologie hineinragen, wie wir dank Dr. Boeree anschaulich lernen können. Die philosophischen Texte sind auf meiner Site hauptsächlich im Themenbereich “vordenker” verlinkt; doch zwei Nachschlagewerke der Seite müssen hier erwähnt werden:

  • Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe von 1904.
  • Kirchner, Friedrich: Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe von 1907

— mit webtechnisch grandios verwirklichtem Kontextindex, so dass man gar nicht mehr vom Surfbrett runter will. Die Texte mögen gut hundert Jahre gereift haben, doch ich finde die Darbietung vor allem wegen der Nutzerfreundlichkeit um Längen besser als alles, was spiegelsGutenberg je zustande bringen wird.
Die Seite verfügt über eine hinreichende Suchfunktion und übersichtliche Listeneinträge zu den drei Hauptstandbeinen Philosophie, Belletristik und Wörterbücher. Vielleicht findet sich ein großherziger Sponsor, der diesen Webauftritt werbebefreit; das Projekt hat’s mehr als verdient. Standing Ovations!
» Host: textlog.de

Wortschatz Uni Leipzig

Auf diesem Internationalen Wortschatzportal kann man Begriffe aus aktuell 17 Sprachen nachschlagen. Man erhält ganz erstaunliche Referenzen in der jeweilig eingegebenen Sprache und dazu noch die allerschärfsten “Graphen”. Sehr gut fürs Sprachtraining, nix für schwache Nerven, denn sonderlich übersichtlich ist das Angebot irgendwie (noch) nicht.
» Host: uni-leipzig.de


Zitation

wieser, d. (16. Juni '07): Nachschlagewerke Online, URL: http://www.social-psychology.de/sp/favoriten/nachschlagewerke-online


16. Juni '07

Nachschlagewerke Online

Meist landet man der Bequemlichkeit halber bei Wiki, es gibt allerdings wesentlich fachbezogenere, liebevoll bestückte Onlinelexika. Ich lege bei der Vorauswahl mein Augenmerk auf gute Benutzeroberflächen und halbwegs seriös wirkende Erläuterungen — meine Favoriten: …


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Schlüsselkonzept
06. Juni '07

Identität

Einerseits gibt es das menschliche Bedürfnis nach Einzigartigkeit und andererseits das soziale Bedürfnis der Zugehörigkeit – letzteres führt zu sog. Gruppenidentität aus der individuell empfundenen Zugehörigkeit zu z.B. einer ethnischen, familialen oder beruflichen Gruppe.


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Referat
30. Dezember '07

Bauman: Dialektik der Ordnung

Im Vorwort zu «Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust» definiert Zygmunt Bauman seine Untersuchung als Beitrag zur Erforschung der Moderne, und zwar in einer Weise, die den Holocaust als Ergebnis des Zivilisationsprozesses betrachtet. Indem er einzelne Mechanismen analysiert und miteinander in Zusammenhang bringt, wird deutlich, inwiefern Voraussetzungen moralischer, gesellschaftlicher, sozialer, bürokratischer und technischer Art mit voranschreitender Modernisierung jenes Muster vertiefen, das den Holocaust ermöglicht hat.

«Der Holocaust war kein Bild an der Wand, sondern ein Fenster, durch das Dinge sichtbar wurden, die normalerweise unentdeckt bleiben. Und was zum Vorschein kam, geht nicht nur die Urheber, die Opfer und die Zeugen des Verbrechens etwas an, sondern ist von größter Bedeutung für alle, die heute leben und auch in Zukunft leben wollen.» (8)


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