«Sie sind mir vorgekommen, wie die Billardkugeln, die auf der grünen Decke durcheinander laufen, ohne von einander zu wissen, und die, sobald sie sich berühren, desto weiter auseinander fahren.»
Goethe an Eckermann, 1827
Orientierung
d.wieser, 16. Juni 07
Im Netz sind gut sortierte und ständig betreute Linksammlungen von ziemlicher Bedeutung — schließlich landet man wer-weiß-wo, wenn man sich auf Suchmaschinen und Stichworte verlassen muss… Hier also Linksammlungen zur Psychologie, mit denen man tatsächlich etwas anfangen kann…
50 Klassiker der Soziologie
Das Info-Portal der Uni Graz beschert uns eine stilsichere und rechtmäßig preisgekrönte Präsentation bedeutender Soziologen. Ich hatte Schwierigkeiten, mich in der eleganten Benutzerführung zurecht zu finden, eine Suchfunktion war unauffindbar. Davon abgesehen kann man problemlos nach Autorennamen, Chronologie, Basiswerken und sogar nach Nationalitäten sortiert herumbrowsen. Der Info-Output könnte grandioser sein, zumal ich mich wundere, dass Internetlinks als solche und nicht mit Titel ausgespuckt werden — sehr sparsam gehalten, (er)nüchtern(d) und einen Besuch absolut wert.
» Host: uni-graz.at
Die Philosophie-Seiten
Zur bilingualen (deutsch und englisch) Orientierung im Themenbereich Philosophie hat Dieter Köhler eine graphisch überraschend ansprechende und inhaltlich perfekt arrangierte Website geschaffen. Nach tatsächlichen eigenen Infos des Autoren habe ich kurz und vergeblich gesucht, es handelt sich offenkundig um einen extensiven Knotenpunkt im Netz, welcher Quellen aus allen Ecken des Internet zugänglich macht. Besonders hervorzuheben ist die Einteilung in Philosophen, philosophische Schulen und philosophische Begriffe — zu einer ansehnlichen Anzahl denkbarer Punkte hat Köhler Materialsammlungen aufbereitet, die sofort vertrauenswürdig wirken (liegt es wieder am Grün?). Suchfunktion vorhanden, obzwar die Navigation durch Benutzerführung auf hohem Niveau nicht einmal Dringlichkeitscharakter erlangt. Angesicht so harter Webmasterarbeit verzeiht man sogar die Werbungsversuche am Rande — ein Königreich für einen Sponsor: wenn diese Site kein Sponsoring verdient hat, welche sonst, eh?
» Host: philo.de
Directory Of Open Access Journals
Es gibt sie tatsächlich: online lesbare Ausgaben wissenschaftlicher Zeitschriften und Periodika. Man findet sich nicht zuletzt wegen des ausführlichen Themenbaums hervorragend zurecht und findet schon in der Auflistung heraus, dass hier internationale Onlinejournale vertreten sind. Hier gibt’s alles — und nur sehr selten tote Links.
» Host: doaj.org
Encyclopedia of Psychology
Der Titel ist hochtrabend gewählt: Es handelt sich nicht um eine Enzyklopädie, sondern um eine interaktive Linksammlung, in welcher man thematisch grob vorsortiert auf relevante Websites verwiesen wird. Alles englisch, nix international, man kann nichts nachschlagen, sondern bestenfalls von dort aus weitersurfen.
» Host: psychology.org
Psychologische Online-Dokumente Uni Bonn
Das Linkangebot ist sauber in deutsch- und englischsprachige online-Publikationen aufgeteilt und bittet um Interaktivität, um den Bestand zu erweitern. Vorbildliches Projekt, wie ich finde. Was mag geschehen sein, dass die offenbar aktuellsten Einträge auf Dokumente aus 1999 verweisen? Genau genommen beschränkt sich die Auswahl auf Einträge zwischen 1990 und 1999 — obzwar es durchaus auch im 21. Jahrhundert online-Publikationen geben soll (so wird gemunkelt). Mein Eindruck: vortrefflicher Kaltstart, das Projekt ist leider inzwischen an mangelnder Interaktivitätsbereitschaft der Nutzerinnen und Nutzer krepiert. Vielleicht platzt auch der Emailaccount, welcher die eingehenden Linktipps sammelt, aus allen Nähten, weil niemand das Projekt mehr betreut?
Verdammt, Leute, macht was an der Site, oder textet irgendwo hin, dass es sich um einen Rohrkrepierer Marke Neunjahresarchiv handelt…
» Host: uni-bonn.de
PsyLinker
Ein Webangebot der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek, welches alle erdenklichen Quellen zur Psychologie zu katalogisieren scheint (die Stichprobe ergibt: passt alles!). Mich interessiert vornehmlich die unwahrscheinliche — weil kommentierte — Linkliste zu Online-Publikationen: Im Bereich Bücher findet man leider nicht nur Links zu online zugänglichen Werken, sondern auch online-Buchhandlungen (sehr witzisch) sowie orthographische Tiefflieger (“Siegmund Freud” °jauu°). Wirklich begeisternd ist die etwas sperrig zu durchsurfende Liste von E-Journalen in fünf alphabetischen Etappen, denn auch hier gibt es (mitunter sogar aufschlussreiche) Beschreibungen der gelinkten Sites. Was so gehaltvoll ist, darf gern auch graphisch klobig sein — ich habe noch keinen toten Link entdecken können: was will man mehr?
» Host: zpid.de
The Mead Project
Das Projekt versammelt massenweise Grundlagentexte zur soziologischen Sozialpsychologie, wobei G. H. Mead den Themenschwerpunkt darstellt, weitere ihm nahe stehende Autoren gefeatured werden und zusätzlich noch eine “Inventarliste” aufbereitet ist. Diese Projektseite ist so schwarz wie genial: Ziel ist es nämlich, die Forschung zu George Herbert Mead dadurch aufzuscheuchen, dass man dessen Publikationen öffentlich zugänglich macht und selbige zugleich in den Kontext zeitgenössischer Forschungen einbettet. Ich liebe den Gedanken dahinter, die Rigorosität der Umsetzung und natürlich den schwarzen Auftritt. Für Studierende, denen die Auseinandersetzung mit George Herbert Mead bevorsteht, bietet das Projekt mehr, als man an Infos zu erhoffen gewagt hatte: kein Meta-Blabla, sondern Zeitzeugnis. Zucker!
» Host: brocku.ca
ZBW – Zeitschriftenindex
Die lustigen kleinen Bildchen am rechten Seitenrand zeigen an, ob die gelisteten Zeitschriften irgendwie zugriffsbeschränkt sind oder ob man als vorbeisurfender Nutzer grünes Licht hat.
» Host: uni-regensburg.de
Zeitschriftendatenbank (ZDB)
Der Direktlink sortiert nur lizenzfreie Publikationen heraus (wie geschickt!). Hier eine Themenvorauswahl:
Philosophie | Psychologie | Pädagogik | Sozialwissenschaft …
Die Soziologie ist als Kategorie nicht enthalten, geschweige denn eine Extrawurst für “Sozialpsychologie” — dann muss man sich eben durch “Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (allg.)” kramen oder die 155 Einträge zum Thema Psychologie durchbrowsen °hmpf°. Wenn man schon über derartig gigantische Listen verfügt, dürfte die Klassifikation etwas feinschnittiger ausfallen. Wer Wollust dabei empfindet, sich durch die übelst gestylte Site hindurchzuwühlen, hebe die Hand…
» Host: ddb.de
[werner.stangl]s arbeitsblätter
Ein bodenständiges Internetangebot aus Linz in Österreich — was sich im Index noch “Kurzüberblick” nennt, ist eigentlicher ein tiefschürfender Einblick in Zusammenhänge, dementsprechend gehen auch die “Grundlagen” genannten Texte bedeutend weiter, als nur Grundlagen zu schaffen: Applaus!
Das “namedropping” ist ein umfangreicher Text, der das who’s who der Psychologie von der Antike bis circa Erich Fromm vor uns ausbreitet. Das Webangebot ist autonom — will sagen, ohne großen Wert auf Linkvernetzung zu legen erhält man hier Infos aus der Hand eines Dozenten an der Linzer Uni. Mein Eindruck: unbedingt weiter Arbeitsblätter raushauen; zur Orientierung im Dschungel der Psychologie einfach unerlässlich!
» Host: stangl-taller.at
Zitation
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20. Dezember '07
Podcast: VorurteileAm 23. November war eine Episode des philosophischen Radio im WDR einem sozialpsychologischen Thema gewidmet. Jens Förster sprach über die Vorurteilsforschung, die er derzeit an der Uni Amsterdam betreibt. Für jene, die sich zunächst mit den Erkenntnissen der Sozialpsychologie zum Thema Vorurteil vertraut machen möchten, ist dieser Podcast hilfreich. » lesen ... |
29. August '07
AngstDie Differenzierung von Furcht und Angst geht auf die Arbeiten des dänischen Religionsphilosophen Kierkegaard zurück. In einem Werk mit dem Titel Der Begriff Angst von 1844 definierte er Furcht als Reaktion auf einen eindeutigen Reiz und Angst als Reaktion auf mehrdeutige oder unklare Reize:
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03. Juni '07
Festinger, Leon: Eine Theorie Sozialer VergleichsprozesseDer Trieb zur Selbstevaluation ist eine Kraft, die darauf hinwirkt, dass Personen sich in Gruppen zusammenfinden und sich zu anderen Menschen gesellen wollen. So sind die subjektiven Gefühle, die Korrektheit der eigenen Meinung festgestellt zu haben, bzw. die subjektive Evaluation adäquater eigener Leistungen bei wichtigen Fähigkeiten aussagekräftige Beispiele für die Befriedigungen, die Menschen daraus ziehen, dass sie sich in Gruppen zusammenfinden. Der Trieb zur Selbstbewertung ist ein wichtiger Faktor, der dazu beiträgt, den Menschen gesellig zu machen. » lesen ... |


