«Das Lesen versieht den Geist nur mit dem Material für das Wissen; erst das Denken macht das Gelesene zu unserem Eigentum.»
John Locke
Orientierung
d.wieser, 16. Juni 07
Im Netz sind gut sortierte und ständig betreute Linksammlungen von ziemlicher Bedeutung — schließlich landet man wer-weiß-wo, wenn man sich auf Suchmaschinen und Stichworte verlassen muss… Hier also Linksammlungen zur Psychologie, mit denen man tatsächlich etwas anfangen kann…
50 Klassiker der Soziologie
Das Info-Portal der Uni Graz beschert uns eine stilsichere und rechtmäßig preisgekrönte Präsentation bedeutender Soziologen. Ich hatte Schwierigkeiten, mich in der eleganten Benutzerführung zurecht zu finden, eine Suchfunktion war unauffindbar. Davon abgesehen kann man problemlos nach Autorennamen, Chronologie, Basiswerken und sogar nach Nationalitäten sortiert herumbrowsen. Der Info-Output könnte grandioser sein, zumal ich mich wundere, dass Internetlinks als solche und nicht mit Titel ausgespuckt werden — sehr sparsam gehalten, (er)nüchtern(d) und einen Besuch absolut wert.
» Host: uni-graz.at
Die Philosophie-Seiten
Zur bilingualen (deutsch und englisch) Orientierung im Themenbereich Philosophie hat Dieter Köhler eine graphisch überraschend ansprechende und inhaltlich perfekt arrangierte Website geschaffen. Nach tatsächlichen eigenen Infos des Autoren habe ich kurz und vergeblich gesucht, es handelt sich offenkundig um einen extensiven Knotenpunkt im Netz, welcher Quellen aus allen Ecken des Internet zugänglich macht. Besonders hervorzuheben ist die Einteilung in Philosophen, philosophische Schulen und philosophische Begriffe — zu einer ansehnlichen Anzahl denkbarer Punkte hat Köhler Materialsammlungen aufbereitet, die sofort vertrauenswürdig wirken (liegt es wieder am Grün?). Suchfunktion vorhanden, obzwar die Navigation durch Benutzerführung auf hohem Niveau nicht einmal Dringlichkeitscharakter erlangt. Angesicht so harter Webmasterarbeit verzeiht man sogar die Werbungsversuche am Rande — ein Königreich für einen Sponsor: wenn diese Site kein Sponsoring verdient hat, welche sonst, eh?
» Host: philo.de
Directory Of Open Access Journals
Es gibt sie tatsächlich: online lesbare Ausgaben wissenschaftlicher Zeitschriften und Periodika. Man findet sich nicht zuletzt wegen des ausführlichen Themenbaums hervorragend zurecht und findet schon in der Auflistung heraus, dass hier internationale Onlinejournale vertreten sind. Hier gibt’s alles — und nur sehr selten tote Links.
» Host: doaj.org
Encyclopedia of Psychology
Der Titel ist hochtrabend gewählt: Es handelt sich nicht um eine Enzyklopädie, sondern um eine interaktive Linksammlung, in welcher man thematisch grob vorsortiert auf relevante Websites verwiesen wird. Alles englisch, nix international, man kann nichts nachschlagen, sondern bestenfalls von dort aus weitersurfen.
» Host: psychology.org
Psychologische Online-Dokumente Uni Bonn
Das Linkangebot ist sauber in deutsch- und englischsprachige online-Publikationen aufgeteilt und bittet um Interaktivität, um den Bestand zu erweitern. Vorbildliches Projekt, wie ich finde. Was mag geschehen sein, dass die offenbar aktuellsten Einträge auf Dokumente aus 1999 verweisen? Genau genommen beschränkt sich die Auswahl auf Einträge zwischen 1990 und 1999 — obzwar es durchaus auch im 21. Jahrhundert online-Publikationen geben soll (so wird gemunkelt). Mein Eindruck: vortrefflicher Kaltstart, das Projekt ist leider inzwischen an mangelnder Interaktivitätsbereitschaft der Nutzerinnen und Nutzer krepiert. Vielleicht platzt auch der Emailaccount, welcher die eingehenden Linktipps sammelt, aus allen Nähten, weil niemand das Projekt mehr betreut?
Verdammt, Leute, macht was an der Site, oder textet irgendwo hin, dass es sich um einen Rohrkrepierer Marke Neunjahresarchiv handelt…
» Host: uni-bonn.de
PsyLinker
Ein Webangebot der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek, welches alle erdenklichen Quellen zur Psychologie zu katalogisieren scheint (die Stichprobe ergibt: passt alles!). Mich interessiert vornehmlich die unwahrscheinliche — weil kommentierte — Linkliste zu Online-Publikationen: Im Bereich Bücher findet man leider nicht nur Links zu online zugänglichen Werken, sondern auch online-Buchhandlungen (sehr witzisch) sowie orthographische Tiefflieger (“Siegmund Freud” °jauu°). Wirklich begeisternd ist die etwas sperrig zu durchsurfende Liste von E-Journalen in fünf alphabetischen Etappen, denn auch hier gibt es (mitunter sogar aufschlussreiche) Beschreibungen der gelinkten Sites. Was so gehaltvoll ist, darf gern auch graphisch klobig sein — ich habe noch keinen toten Link entdecken können: was will man mehr?
» Host: zpid.de
The Mead Project
Das Projekt versammelt massenweise Grundlagentexte zur soziologischen Sozialpsychologie, wobei G. H. Mead den Themenschwerpunkt darstellt, weitere ihm nahe stehende Autoren gefeatured werden und zusätzlich noch eine “Inventarliste” aufbereitet ist. Diese Projektseite ist so schwarz wie genial: Ziel ist es nämlich, die Forschung zu George Herbert Mead dadurch aufzuscheuchen, dass man dessen Publikationen öffentlich zugänglich macht und selbige zugleich in den Kontext zeitgenössischer Forschungen einbettet. Ich liebe den Gedanken dahinter, die Rigorosität der Umsetzung und natürlich den schwarzen Auftritt. Für Studierende, denen die Auseinandersetzung mit George Herbert Mead bevorsteht, bietet das Projekt mehr, als man an Infos zu erhoffen gewagt hatte: kein Meta-Blabla, sondern Zeitzeugnis. Zucker!
» Host: brocku.ca
ZBW – Zeitschriftenindex
Die lustigen kleinen Bildchen am rechten Seitenrand zeigen an, ob die gelisteten Zeitschriften irgendwie zugriffsbeschränkt sind oder ob man als vorbeisurfender Nutzer grünes Licht hat.
» Host: uni-regensburg.de
Zeitschriftendatenbank (ZDB)
Der Direktlink sortiert nur lizenzfreie Publikationen heraus (wie geschickt!). Hier eine Themenvorauswahl:
Philosophie | Psychologie | Pädagogik | Sozialwissenschaft …
Die Soziologie ist als Kategorie nicht enthalten, geschweige denn eine Extrawurst für “Sozialpsychologie” — dann muss man sich eben durch “Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (allg.)” kramen oder die 155 Einträge zum Thema Psychologie durchbrowsen °hmpf°. Wenn man schon über derartig gigantische Listen verfügt, dürfte die Klassifikation etwas feinschnittiger ausfallen. Wer Wollust dabei empfindet, sich durch die übelst gestylte Site hindurchzuwühlen, hebe die Hand…
» Host: ddb.de
[werner.stangl]s arbeitsblätter
Ein bodenständiges Internetangebot aus Linz in Österreich — was sich im Index noch “Kurzüberblick” nennt, ist eigentlicher ein tiefschürfender Einblick in Zusammenhänge, dementsprechend gehen auch die “Grundlagen” genannten Texte bedeutend weiter, als nur Grundlagen zu schaffen: Applaus!
Das “namedropping” ist ein umfangreicher Text, der das who’s who der Psychologie von der Antike bis circa Erich Fromm vor uns ausbreitet. Das Webangebot ist autonom — will sagen, ohne großen Wert auf Linkvernetzung zu legen erhält man hier Infos aus der Hand eines Dozenten an der Linzer Uni. Mein Eindruck: unbedingt weiter Arbeitsblätter raushauen; zur Orientierung im Dschungel der Psychologie einfach unerlässlich!
» Host: stangl-taller.at
Zitation
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04. Juni '08
Vorlesungen zur Sozialpsychologie WS 05/06Prof. Dr. Heiner Keupp und Prof. Dr. Dieter Frey von der Ludwig-Maximilians-Universität München sind mit Vorlesungen zu Grundlagen der Sozialpsychologie (2005/2006) online als Videovorlesung zu verfolgen. Es handelt sich um insgesamt 26 Vorlesungen in bemerkenswerter technischer Qualität — von inhaltlichen Qualitäten will ich gar nicht reden… ein echter Favorit im Netz. » lesen ... |
28. Januar '08
EthnozentrismusPrinzipiell ist Ethnozentrismus eine Kategorie zur Bezeichnung von Beziehungen zwischen Gruppen und meint die Neigung, Menschen anderer Gruppenzugehörigkeit / anderer Gesellschaften vor dem Hintergrund der Normen unserer je eigenen Gruppe und Kultur zu beurteilen. Es ist somit noch ein wenig mehr, als nur die Welt durch die unausweichlichen Filter der eigenen Kultur zu betrachten – Ethnozentrismus bedeutet, dass man Personen aus Fremdgruppen nach den Prämissen eigener Standards wahrnimmt und beurteilt. Dahinter verbirgt sich ein Mangel an (kultureller) Wahrnehmungsfähigkeit für Vielfalt und Varianz, oft schärfer definiert als Unvermögen, die Hintergründe fremder Kulturen und Gesellschaften in die Betrachtung ethnisch fremder Personen einzubeziehen. Es gibt im Übrigen eine Definition, nach der Ethnozentrismus als konzeptueller Rahmen verstanden wird, der auf der Wahrnehmung basiert, die eigene kulturelle / ethnische Gruppe sei anderen Gruppen überlegen – hier also eine Beurteilung mit eindeutiger Wertung. » lesen ... |
03. Juni '07
Festinger, Leon: Eine Theorie Sozialer VergleichsprozesseDer Trieb zur Selbstevaluation ist eine Kraft, die darauf hinwirkt, dass Personen sich in Gruppen zusammenfinden und sich zu anderen Menschen gesellen wollen. So sind die subjektiven Gefühle, die Korrektheit der eigenen Meinung festgestellt zu haben, bzw. die subjektive Evaluation adäquater eigener Leistungen bei wichtigen Fähigkeiten aussagekräftige Beispiele für die Befriedigungen, die Menschen daraus ziehen, dass sie sich in Gruppen zusammenfinden. Der Trieb zur Selbstbewertung ist ein wichtiger Faktor, der dazu beiträgt, den Menschen gesellig zu machen. » lesen ... |


