«Das Lesen versieht den Geist nur mit dem Material für das Wissen; erst das Denken macht das Gelesene zu unserem Eigentum.»
John Locke
Humor
d.wieser, 27. Januar 08
«Übrigens sind nicht alle Menschen der humoristischen Einstellung fähig, es ist eine köstliche und seltene Begabung, und vielen fehlt selbst die Fähigkeit, die ihnen vermittelte humoristische Lust zu genießen.»
[ Sigmund Freud: Der Humor, 1927 ]
Ethymologie
Der Humor hat in seiner Bedeutungsgeschichte eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen: Heute bezeichnet der Begriff eine heitere Grundhaltung gegenüber dem Leben oder auch einfach eine fröhliche Stimmung. Die lateinische Wurzel des Wortes liegt in humor, einer Variante des Wortes umor, das Feuchtigkeit oder Flüssigkeit bedeutet. In der mittelalterlichen Medizin war Humor gebräuchliche Bezeichnung für den Körpersaft, damit einhergehend gab es eine Theorie, die Galen von Hippokrates bezogen und popularisiert hatte: die Lehre von den vier Körpersäften bzw. Temperamenten des Menschen. In enger Anlehnung an diese frühe Deutung wurde der Begriff Humor nun auch als Bezeichnung der Gemütslage, Laune und allgemeinen Gestimmtheit des Menschen verwendet.
Im englischen Sprachraum entwickelte sich aus einem altfranzösichen Wort der Begriff humour, der erst im 17. Jahrhundert eine menschliche Wesensart bezeichnete, die Heiterkeit und Belustigung vermittelt. Später im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde diese Wortbedeutung auch im deutschsprachigen Raum gebräuchlich.
Sozialpsychologie des Humors
Vereinfachend ausgedrückt besteht der soziale Prozess des Humors aus folgenden Komponenten: Zunächst ist der soziale Kontext entscheidend, denn Humor ist ein vornehmlich zwischenmenschliches Phänomen, das auf der Art der jeweiligen Interaktion beruht und auf sie zurück wirkt. Weiterhin ist ein kognitiver Prozess beteiligt, wenn Menschen Humor als solchen erkennen und die Situation als spielerisch und nicht-ernst einstufen. Als offensichtliche emotionale Komponente des Humors gilt die Heiterkeit als Reaktion auf amüsante Begebenheiten oder Gespräche. Und schließlich ist das Lachen als vokal-behaviorale Komponente zu sehen, die wiederum als starkes (nahezu unwiderstehliches) soziales Signal wirkt.
Es ist kennzeichnend, dass Humor nur in zwischenmenschlichen Situationen “funktioniert”, hierzu noch der vielleicht überflüssige Hinweis, dass Menschen auch lachen und sich amüsieren können, wenn sie allein sind. Allerdings handelt es sich in solchen Fällen meist um pseudo-soziale Situationen – ein amüsanter Text, eine lustige Darbietung im TV, die Erinnerung an eine heitere Begebenheit.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Humor eine ganze Bandbreite sozialer Funktionen übernehmen und dabei oft sehr widersprüchliche Zwecke erfüllen kann. Er kann Zustimmung und Geselligkeit zum Ausdruck bringen ebenso wie Widerspruch und Aggression. Humor ermöglicht Kooperation und Koordination innerhalb von Gruppen ebenso wie Widerstand und Ausschluss. Bei genauer Betrachtung spielt der Humor in Gruppendynamiken sogar eine bedeutende Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Solidarität und Verbundenheit, allerdings auch bei Macht- und Statusverlust.
zwischenmenschliche Ebene
Als soziales Phänomen oder als soziale Technik ist Humor immer an ein Miteinander oder Gegeneinander gekoppelt. Der soziale Kontext ist der des Spielens, denn Humor signalisiert, dass das Gesagte nicht ernst zu nehmen ist (und somit mehrdeutig bleibt bzw. zurück genommen werden kann) und eigentlich keinen anderen direkten Zweck verfolgt, so dass die humorvolle Unterhaltung zumeist ausschließlich des Spaßes wegen angestrengt wird.
Zwischen den Beteiligten stellt sich ein angenehmer Gefühlszustand her, und solche im Miteinander hergestellten Gefühlszustände wirken als Auslöser, weitere Gelegenheiten für heitere Situationen zu schaffen. Es gibt Erkenntnisse darüber, dass Humor an ein Belohnungszentrum im Hirn appelliert, auf biochemischer Ebene kann man vereinfachend sagen, dass die Stimmung verbessert bzw. die Affektebene angehoben wird und man bei ausgelassener Heiterkeit eine Art High verspürt, das auf gewisse Hirnprozesse zurück zu führen ist.
Wenn Menschen miteinander heiter sind und lachen, hat dies bestimmte soziale Funktionen: enge Beziehungen werden auf diese Weise aufgebaut bzw. verbessert, es entsteht ein deutliches Gefühl für gegenseitige Anziehung und Zuwendung und überdies lassen sich gemeinsame Aufgaben oder Aktivitäten besser koordinieren, was zumal im Gruppenkontext von Belang ist. Das Lachen als Signal ist deshalb ein soziales Phänomen, weil Menschen mit Lautäußerungen und Mimik auf ihren Gemütszustand hinweisen, anderen gegenüber also diesen Zustand kommunizieren, und sie letztlich ebenfalls zum Lachen bringen bzw. dieselbe angenehme Emotion in anderen hervorrufen möchten.
Sozialpsychologen haben untersucht, inwiefern Humor zur sozialen Beeinflussung dienen kann: immerhin kann man sich des Humors bedienen, um implizite Botschaften zu übermitteln, also etwa Formen von Kritik oder Widerspruch, die ohne heitere Note womöglich zu Kränkungen führen bzw. die Beziehung ernstlich belasten könnten. Es ist somit eine hilfreiche Methode in angespannten, ungewissen, unbeholfenen Situationen, wenn harte Konfrontationen vermieden, Peinlichkeiten umschifft und Kritik spielerisch angebracht werden soll. Damit ist Humor eine potente Deeskalationstechnik, d.h. ein Mittel, um Spannungen zu meiden oder zu mildern und Konflikten vorzubeugen. Daneben nutzen Menschen den Humor auch, um ungewisse Situationen zu erkunden, die Haltungen ihrer Gesprächspartner anzutesten und letztlich das Terrain zu sondieren. Schließlich kann Humor kunstvoll dazu beitragen, Kritik auszusprechen, ohne dass Beleidigungen resultieren müssen, weil der Angesprochene die heitere Note erkennt und man das Gesagte unter ungünstigen Umständen mit der Floskel “war nur ein Witz” zurück nehmen kann.
Interessant ist die Erkenntnis, dass Humor und sozialer Stand zusammen hängen – man kann sagen, je höher der Status einer Person, desto wahrscheinlicher evozieren ihre humorigen Bemerkungen die gewünschte heitere Stimmung. Das bedeutet wiederum, dass Humor dazu eingesetzt werden kann, Statusunterschiede hervor zu heben; Personen mit hohem Status kräftigen so ihre Machtposition, Personen mit niedrigem Status innerhalb einer Gruppe hingegen können sich des Humors bedienen, um Aufmerksamkeit zu erregen und relativ gefahrlos andere Personen anzugreifen.
In diesem Zusammenhang kann man auf Goffmans Arbeiten verweisen, die sich mit dem Wahren des Gesichts beschäftigen: nach Goffmans Untersuchungen menschlicher Interaktionsmuster ist Humor daran beteiligt, soziale Interaktion zu ermöglichen. Weil humorvolle Äußerungen immer mehrdeutig sind und potentiell zurück genommen werden können, kann Humor eine Taktik sein, Kritik anzubringen und gleichzeitig das Gesicht zu wahren – das eigene Gesicht ebenso wie das Gesicht der Interaktionspartner. Mit dem bildhaften Ausdruck “face“ meint Goffman das Selbstbild der positiven sozialen Eigenschaften eines Menschen – und es ist leicht nachvollziehbar, dass Menschen daran interessiert sind, Situationen zu meiden, die peinlich werden könnten oder die eigene Person in der Öffentlichkeit lächerlich wirken lassen würden.
All dies lässt es so aussehen, als sei Humor vornehmlich ein prosoziales Phänomen, doch dem ist durchaus nicht so – letztlich beinhaltet Humor auch eine aggressive Note. Forscher fanden heraus, dass aggressiver Humor meist in Interaktionen mit drei Beteiligten zum Einsatz kommt, die Erklärung ist einleuchtend: Eine Person formuliert die belustigende Botschaft, eine zweite Partei nimmt als Zuhörer oder Zuschauer die humorvolle Note auf und reagiert belustigt, die dritte Partei – physisch präsent oder auch nicht – ist Zielperson bzw. Zielgruppe aggressiven Humors, also Gegenstand der Bemerkung. Alltagssprachlich ausgedrückt wird die Unterscheidung von prosozialem und aggressivem Humor deutlicher: man kann mit Menschen oder über Menschen lachen – die emotionalen Implikationen sind aus eigener Erfahrung bekannt.
So wie Humor den Zusammenhalt einer Gruppe fördert, dient er auch zum Ausschluss anderer Personen aus der Eigengruppe, gelegentlich funktionieren beide Dynamiken parallel. Indem man darüber scherzt, dass Personen der Fremdgruppe “anders” sind, bestärkt man die Eigengruppe in ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl. Innerhalb einer Gruppe wird Humor eingesetzt, um Statusfragen und Dominanzverhältnisse ins rechte Licht zu rücken; wenn jemand scherzhaft gedemütigt oder mit (wohlwollenden) Scherzen lächerlich gemacht wird, kann dies dazu beitragen, den jeweiligen Status herabzusetzen bzw. seine Dominanz innerhalb der Gruppe zu unterminieren. Aggressive Formen von Humor sind bekanntermaßen Sarkasmus, das Ärgern, Witze auf Kosten anderer, sowie jemanden der Lächerlichkeit preis zu geben.
Sozialpsychologische Untersuchungen bestätigen die Theorie, Aggression sei integraler Bestandteil von Humor und Lachen: Da jeder Mensch tunlichst vermeiden will, ausgelacht zu werden, lässt sich Humor einsetzen, um Menschen zu konformem Verhalten zu zwingen. In Fragen der Gruppenzugehörigkeit spielt Humor dann eine Rolle, wenn jemand zum Gegenstand fortlaufender Scherze oder eines “running gag” wird – je nach Tonlage der Scherze kann die Frage, ob jemand “dazugehört” oder nicht, bereits mit solchen Formen des Humors endgültig geklärt werden. Damit ist verdeutlicht, dass Humor gesellschaftliche Normen ebenso wie Gruppennormen und denn Sinn für Gruppenidentität verstärkt.
Zudem kann Humor in Gruppen in Form freundlichen Neckens und so genannten Insider-Witzen die Funktion haben, die Gruppenidentität zu stärken. Mitglieder einer Gruppe bilden auf diese Weise eine gemeinsame Wirklichkeit bzw. eine gemeinsame Perspektive und kommunizieren diese nach außen. Für den Zusammenhalt dyadischer Beziehungen gilt dies ebenso – Necken, amüsante Rufnamen, schelmisches Ärgern und sogar Streiche haben die Funktion, das Zusammengehörigkeitsgefühl dadurch zu stärken, dass sie es im Grunde genommen auf die Probe stellen. In solchen Varianten spielerischer Aggression liegt eine starke Dynamik begründet, denn wenn die Beteiligten darüber lachen können, demonstriert dies eine gewisse Erhabenheit über Kränkungen oder Peinlichkeiten und somit eine deutliche Vertrautheit. Derartige Spielarten des Humors sind Signale, die darauf verweisen, dass die Beziehung stark genug ist und die Beteiligten sich nahe genug stehen, um sich nicht von im Scherz versteckter Kritik angegriffen oder beleidigt zu fühlen.
Individuelle Ebene
Auf individueller Ebene wird Humor als Copingstrategie und vornehme psychologische Abwehrstrategie angesehen. Im Kern geht es darum, eine unerfreuliche Situation oder ungünstige Lebensumstände aus einer anderen Perspektive zu betrachten, so dass man einen Blickwinkel einnimmt, der die Dinge weniger bedrohlich und bestenfalls amüsant erscheinen lässt. Das Resultat ist, dass der Stresspegel sinkt und man in die Lage versetzt ist, in aller Heiterkeit mit der Situation besser umzugehen, weil flexibleres, kreativ-problemlösendes Denken zugänglich wird. Zweifelsohne wirkt sich eine positive Grundstimmung lindernd auf stressinduzierte Herz-Kreislaufbelastungen aus – physisch sind zumal biochemische Vorgänge im menschlichen Hirn an solchen vorteilhaften Reaktionen beteiligt. Psychisch betrachtet setzt eine heitere Perspektive die Bedrohlichkeit einer Situation merklich herab, sobald die unangenehmen Dinge zu Objekten heiteren Spielens werden.
Damit lässt sich Humor als psychologische Technik beschreiben, die in der grundsätzlichen Weigerung besteht, sich von bedrohlichen Situationen, Lebensumständen oder Personen emotional überwältigen zu lassen. In dieser Weise argumentiert Sigmund Freud in seiner Arbeit über den Humor:
«Kein Zweifel, das Wesen des Humors besteht darin, dass man sich die Affekte erspart, zu denen die Situation Anlass gäbe, und sich mit einem Scherz über die Möglichkeit solcher Gefühlsäußerungen hinaussetzt.» [ Sigmund Freud: Der Humor, 1927 ]
Freud hebt weiter gehend die Komponente des Lustgewinns hervor, die über das Lustvolle des Lachens recht weit hinaus geht. Dieser Lustgewinn wurzelt darin, dass Humor eine heilsame Distanz zu den bedrohlichen und potentiell überwältigenden Gegebenheiten schafft – und mit der Distanz resultiert psychischer Triumph im Kontext faktischer Unterlegenheit.
«Es ist Zeit, dass wir uns mit einigen Charakteren des Humors vertraut machen. Der Humor hat nicht nur etwas Befreiendes wie der Witz und die Komik, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes, welche Züge an den beiden anderen Arten des Lustgewinns aus intellektueller Tätigkeit nicht gefunden werden. Das Großartige liegt offenbar im Triumph des Narzissmus, in der siegreich behaupteten Unverletztlichkeit des Ichs. Das Ich verweigert es, sich durch die Veranlassungen aus der Realität kränken, zum Leiden nötigen zu lassen, es beharrt dabei, dass ihm die Traumen der Außenwelt nicht nahegehen können, ja es zeigt, dass sie ihm nur Anlässe zu Lustgewinn sind. Dieser letzte Zug ist für den Humor durchaus wesentlich. […] Der Humor ist nicht resigniert, er ist trotzig, er bedeutet nicht nur den Triumph des Ichs, sondern auch den des Lustprinzips, das sich hier gegen die Ungunst der realen Verhältnisse zu behaupten vermag.»
[ Sigmund Freud: Der Humor, 1927. S. 278 ]
In stressbelasteten Situationen trägt Humor also zur Vermeidung negativer Emotion bei und bietet zudem angenehme Energieabfuhr (im energetischen Modell der Psyche nach Freud). Besonders hervor zu heben ist die menschliche Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, also ein gesundes Maß an Selbstironie, zumal diese locker-amüsierte innere Haltung sich von verkrampftem Narzissmus positiv unterscheidet.
«One matter Englishmen don’t think in the least funny is their happy consciousness of possessing a deep sense of humor.» [ Marshall McLuhan ]
Gordon Allport hatte darauf hingewiesen, ein gesunder Sinn für Humor sei als Zeichen einer reifen und ausgeglichenen Persönlichkeit zu deuten, verweise auf Selbst-Bewusstsein, Einsicht und Toleranz. Ähnlich wie Freud sieht Allport das Komische und den Witz psychisch als wesentlich weniger positiv (bzw. ehrenhaft) an, zumal wenn das Komische seinen Reiz aus der Herabsetzung anderer Personen und absurden Konstellationen bezieht. Übrigens ist der Sinn für Humor erst im 18. Jahrhundert als philosophische Tugend entwickelt worden und zu großen Ehren gelangt. Allport definiert die Charaktereigenschaften einer Person mit Sinn für Humor als gemäßigt, freundlich, nicht leicht erregbar und emotional ausgeglichen.
Zum Witz hatte Sigmund Freud ausgeführt, er diene dazu, überschüssige Energie abzuführen, denn der Mensch nehme Witze als willkommene Gelegenheit wahr, einen Teil seiner primitiven sexuellen und aggressiven Impulse abzuführen. Dies steht im Kontext dessen, dass die meisten Witze eine Art der Normverletzung beinhalten, die möglich wird, weil sie eben als Witz nicht ernst zu nehmen ist. Aufgrund der Mehrdeutigkeit und des humorigen Zusammenhangs kann man quasi Aussagen genießen, die unter anderen Vorzeichen einem Tabubruch gleich kämen. Das durch den ambivalenten Kontext abgelenkte Über-Ich entwickelt hier keine Schuldgefühle, und somit wird die Spannungsabfuhr im Kontext des Witzes risikolos ausgekostet.
Quellen (u.a.):
- Allport, G. W.: Pattern and growth in personality, 1961.
- Freud, S.: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, 1905; und Der Humor, 1927. In: Studienausgabe. F.a.M.: Fischer, 2000; Bd. IV.
- Goffman, E.: Interaction ritual: Essays on face-to-face behavior, 1967.
Offsite
- Die Zeit hält ein Interview mit der Psychologin Marion Bönsch-Kauke bereit, in welchem es um den Humor der Kinder geht, (Host: zeit.de), 30.04.2003 Nr.19, HTML
- Eine ansprechende Untersuchung des Humor-Phänomens auf linguistischer Basis findet man in dem Aufsatz Oral genres of humor. On the dialectic of genre knowledge and creative authoring, geschrieben von Helga Kotthoff als Beitrag zu “InLiSt”, Interaction and Linguistic Structures , Nr. 44, April 2006, (Host: uni-potsdam.de) PDF, 355 KB
- Es gibt einen Braincast zum Thema Humor und Lachen, also eine Audiodatei, welche sich verstärkt den kognitiven Aspekten des Phänomens widmet, (Host: gehirn-und-geist.de) MP3
Zitation
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04. Juni '08
Vorlesung zu Grundlagen der Sozialpsychologie SS 08Prof. Dr. Heiner Keupp von der Ludwig-Maximilians Universität in München hält im Sommersemester 2008 eine Vorlesung zu den Grundlagen der Sozialpsychologie. Die Videos sind im Quicktime Player abspielbar, außerdem stehen begleitende Vorlesungsunterlagen im pdf-Format zum Download bereit. » lesen ... |
31. August '07
Bystander EffektUntersuchungen von Darley und Latané konnten in den 1960er Jahren zeigen, dass (in experimentell nachempfundenen) Notfallsituation weniger die Persönlichkeitsmerkmale der Individuen, sondern vielmehr die Umgebungsgrößen der sozialen Situation innerhalb einer Gruppe von Zeugen ausschlaggebend für die Reaktion Einzelner ist. » lesen ... |
05. Juli '07
Gehorsam in moderner Gesellschaft: Die Utrecht Studien.Das Gewicht der Autoritätsperson im Gehorsamsexperiment hat bei den Utrecht Studien nicht weniger Einfluss als bei Milgrams Experiment. Da die Form der ausgeübten Gewalt in dieser Studie alltäglichen Situationen angenähert ist, resultiert eine insgesamt höhere Gehorsamsbereitschaft für psychologisch-administrative Gewalt. Die Autoren sprechen hier von einem “Charakteristikum normaler sozialer Umstände” in modernen westlichen Gesellschaften. Quelle: H.J. Wim Meeus & Quinten A.W. Raaijmakers: Obedience in modern society: the Utrecht studies. in: Journal of Social Issues, 1995. » lesen ... |


