«Jede Sozialisierung des Menschen ist ein Stück der Entwicklung seiner Fähigkeit, sich zu kultivieren.»
Margarete & Alexander Mitscherlich
Die Unfähigkeit zu trauern
Motivation
d.wieser, 05. Juni 07
Die Psychologie befasst sich mit Motivation als dem Faktor, der Menschen in Bewegung bringt – ganz grundsätzlich gibt es die Bewegung der Annäherung und die des Rückzugs. Bei der Verhaltenssteuerung des Menschen sind Handlungsziel und -kompetenz wichtige Begriffe. Die Handlungssteuerung vollzieht sich, indem das handlungsfähige Individuum sich ein Ziel setzt und es mit Hilfe eigener Kompetenzen zu erreichen sucht.
Deshalb wird Motivation in der Psychologie gemeinhin definiert als das, was Beginn, Form, Richtung, Intensität und Dauer menschlicher Handlungen bestimmt. Da die Faktoren Kompetenz und situativer Einfluss meist unauflösbar mit menschlichen Handlungen verwoben sind, ist bei der Betrachtung des Handlungsergebnisses kaum sauber zwischen motivationalen und nicht-motivationalen Faktoren zu trennen. Situative Einflüsse werden als motivierendes Potential in die Betrachtung einbezogen, persönliche Einflussfaktoren werden hier als Motive bezeichnet. Beispiele für Handlungsmotive sind Neugier, Macht, Aggression, Hunger, Durst, sexuelle Bedürfnisse, soziale Zugehörigkeit und Leistung.
Man ordnet Motivation z.B. folgenden Kategorien zu:
- primär oder biologisch – Hunger, Durst, Nahrungsaufnahme und Sexualität sind motivierende Faktoren menschlichen Handlens.
- sekundär oder sozial – Bedürfnisse nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit bestimmen menschliches (Sozial-) Verhalten.
- reizsuchend – der Mensch empfindet innere Bedürfnisse nach physischer, kognitiver und emotionaler Stimulanz bzw. nach innerer oder äußerer Belohnung.
- erlernte Motivation – hiermit sind Motivationen gemeint, die durch Belohnung und Bestrafung bzw. durch Beobachtungslernen ins individuelle Repertoire aufgenommen werden.
Weitere Stichworte sind Leistungsmotivation, Neugiermotivation und Antizipation.
Im Bereich der Motivationsforschung haben William McDougall und Clark Hull (Instinkttheorie), Abraham Maslow (Bedürfnispyramide) und Kurt Lewin bedeutsame Beiträge geleistet.
Interessant sind Forschungen zu Motivationen, die zueinander in Konflikt stehen und besonderen Einfluss auf das Verhalten haben.
- Man muss sich zwischen zwei Aktivitäten bzw. Zielen entscheiden, beides lässt sich nicht verwirklichen ( approach-approach motivation ),
- man empfindet keine von zwei Alternativen als befriedigend oder aussichtsreich ( avoidance-avoidance motivation ),
- eine Aktivität oder ein Ziel hat sowohl negative als auch positive Eigenschaften ( approach-avoidance motivation ) und
- mindestens zwei Aktivitäten haben sowohl negative als auch positive Eigenschaften ( multiple approach-avoidance motivation ).
Onsite
- [ ebooks ] Grundlagen der Sozialpsychologie » Motivation.
Autor: C. George Boeree PHD; dt.: d.wieser
- [ ebooks ] Persönlichkeitstheorien » Die endgültige Persönlichkeitstheorie » Motivation.
Autor: C. George Boeree PHD; dt.: d.wieser
- [ notizen ] Maslow, Abraham: Theorie menschlicher Motivation
Offsite
- Eine grandiose Darstellung zum Thema Motive und Motivation bieten [werner.stangl]s arbeitsblätter, undatiert (Host: stangl-taller.at) HTML
- Ein sehr umfangreiches Vortragsskript zum Thema Individual Differences in Personality and Motivation: ‘Non-cognitive’ Determinants of Cognitive Performance, von William Revelle, 1993 (Host: revelle.net) HTML
Zitation
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20. Dezember '07
Podcast: VorurteileAm 23. November war eine Episode des philosophischen Radio im WDR einem sozialpsychologischen Thema gewidmet. Jens Förster sprach über die Vorurteilsforschung, die er derzeit an der Uni Amsterdam betreibt. Für jene, die sich zunächst mit den Erkenntnissen der Sozialpsychologie zum Thema Vorurteil vertraut machen möchten, ist dieser Podcast hilfreich. » lesen ... |
25. Juni '07
Symbolischer InteraktionismusEine theoretische Perspektive und Forschungstradition, deren Begriffsbildung auf Herbert Blumer zurückgeht (1937), wird als Symbolischer Interaktionsmus bezeichnet. Blumer war erst Schüler, dann Kollege des Soziologen George Herbert Mead, dessen Theorie des sozialen Pragmatismus den Symbolischen Interaktionismus durchdringt. » lesen ... |
04. Juni '07
Bateson: Frustration-Aggression Hypothese und KulturBateson schlägt vor, Aggression im interpersonalen Kontext als Ersatzhandlung zu betrachten. Dazu geht er von der Beispielsituation aus, dass die Mutter dem Kind ein Eis kauft oder kein Eis erlaubt: Für das Kind mag es ein angenehmer Liebes-Klimax in der Mutter-Kind-Beziehung sein, wenn es ein Eis erhält und isst. Wird ihm ein Eis verweigert, wäre der Wutanfall ein Hass-Klimax in der Mutter-Kind-Beziehung. In beiden Fällen erlebt das Kind einen Klimax. » lesen ... |


