Motivation


d.wieser, 05. Juni 07

Die Psychologie befasst sich mit Motivation als dem Faktor, der Menschen in Bewegung bringt – ganz grundsätzlich gibt es die Bewegung der Annäherung und die des Rückzugs. Bei der Verhaltenssteuerung des Menschen sind Handlungsziel und -kompetenz wichtige Begriffe. Die Handlungssteuerung vollzieht sich, indem das handlungsfähige Individuum sich ein Ziel setzt und es mit Hilfe eigener Kompetenzen zu erreichen sucht.

Deshalb wird Motivation in der Psychologie gemeinhin definiert als das, was Beginn, Form, Richtung, Intensität und Dauer menschlicher Handlungen bestimmt. Da die Faktoren Kompetenz und situativer Einfluss meist unauflösbar mit menschlichen Handlungen verwoben sind, ist bei der Betrachtung des Handlungsergebnisses kaum sauber zwischen motivationalen und nicht-motivationalen Faktoren zu trennen. Situative Einflüsse werden als motivierendes Potential in die Betrachtung einbezogen, persönliche Einflussfaktoren werden hier als Motive bezeichnet. Beispiele für Handlungsmotive sind Neugier, Macht, Aggression, Hunger, Durst, sexuelle Bedürfnisse, soziale Zugehörigkeit und Leistung.

Man ordnet Motivation z.B. folgenden Kategorien zu:

  • primär oder biologisch – Hunger, Durst, Nahrungsaufnahme und Sexualität sind motivierende Faktoren menschlichen Handlens.
  • sekundär oder sozial – Bedürfnisse nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit bestimmen menschliches (Sozial-) Verhalten.
  • reizsuchend – der Mensch empfindet innere Bedürfnisse nach physischer, kognitiver und emotionaler Stimulanz bzw. nach innerer oder äußerer Belohnung.
  • erlernte Motivation – hiermit sind Motivationen gemeint, die durch Belohnung und Bestrafung bzw. durch Beobachtungslernen ins individuelle Repertoire aufgenommen werden.

Weitere Stichworte sind Leistungsmotivation, Neugiermotivation und Antizipation.

Im Bereich der Motivationsforschung haben William McDougall und Clark Hull (Instinkttheorie), Abraham Maslow (Bedürfnispyramide) und Kurt Lewin bedeutsame Beiträge geleistet.

Interessant sind Forschungen zu Motivationen, die zueinander in Konflikt stehen und besonderen Einfluss auf das Verhalten haben.

  • Man muss sich zwischen zwei Aktivitäten bzw. Zielen entscheiden, beides lässt sich nicht verwirklichen ( approach-approach motivation ),
  • man empfindet keine von zwei Alternativen als befriedigend oder aussichtsreich ( avoidance-avoidance motivation ),
  • eine Aktivität oder ein Ziel hat sowohl negative als auch positive Eigenschaften ( approach-avoidance motivation ) und
  • mindestens zwei Aktivitäten haben sowohl negative als auch positive Eigenschaften ( multiple approach-avoidance motivation ).
Onsite
  • [ ebooks ] Grundlagen der Sozialpsychologie » Motivation.
    Autor: C. George Boeree PHD; dt.: d.wieser
  • [ ebooks ] Persönlichkeitstheorien » Die endgültige Persönlichkeitstheorie » Motivation.
    Autor: C. George Boeree PHD; dt.: d.wieser
  • [ notizen ] Maslow, Abraham: Theorie menschlicher Motivation
Offsite
  • Eine grandiose Darstellung zum Thema Motive und Motivation bieten [werner.stangl]s arbeitsblätter, undatiert (Host: stangl-taller.at) HTML

Zitation

wieser, d. (05. Juni '07): Motivation, URL: http://www.social-psychology.de/sp/konzepte/motivation


| blättern |

29. August '07

Vorlesung zu Erziehung & Sozialisation online

Dozentin Prof. Dr. Sabine Walper spricht über folgende Inhalte:

  • Psychoanalyse
  • Lerntheorien
  • Bindungstheorie (Bowlby, Ainsworth)
  • Strukturgenetische Theorien
  • Strukturfunktionalismus (Bonfenbrenner, Elder)
  • Rollen- und Interaktionstheorien (Parsons, Luhmann, Mead, Turner, Goffman)
  • Erziehung im Wandel
  • Familie
  • Die Rolle Gleichaltriger
  • Geschlechtstypische Sozialisation


» lesen ...
Schlüsselkonzept
05. Juni '07

Stress

In gewisser Hinsicht sind Stressreaktionen erlernt, denn das Gehirn entscheidet vor dem Hintergrund vergangener Erfahrungen, was als Stress bewertet wird. Bei den psychologischen Zusammenhängen von Stress und Erkrankungswahrscheinlichkeit ist der Begriff Kontrolle bedeutsam …


» lesen ...
Referat
05. Juni '07

Jelenec: Implizite Einstellungen gegenüber älteren Frauen und Männern

Statt die älteren Menschen als Gesamtgruppe zu untersuchen, spaltet man die Zielgruppe in Untergruppen auf, die womöglich zu verschiedenen Attributionen von positiv-negativ führen können: so lässt sich herausfiltern, ob es innerhalb der Zielgruppe “ältere Menschen” Differenzierungen in Subkategorien gibt, welche zu positiveren oder negativeren Bewertungen gelangt, als die Zielgruppe insgesamt. Zudem lässt sich eine geschlechtsspezifische Differenzierung vornehmen, indem man zwischen älteren Frauen und älteren Männern unterscheidet.


» lesen ...