«Niemand liest etwas;
wenn er etwas liest, versteht er es nicht;
wenn er es versteht, vergisst er es sofort.»
Lemsches Gesetz
Stanislaw Lem: Eine Minute der Menschheit
Stress
d.wieser, 05. Juni 07
Stress lässt sich als etwas definieren, das die physiologische oder psychologische Integrität des Individuums bedroht – dabei kann es sich entweder um eine tatsächliche oder um eine subjektiv wahrgenommene Bedrohung handeln.
Man unterscheidet Stressor und Stressreaktion: Als Stressoren wirken Traumata, Verletzungen, physische Verausgabung, Umwelteinflüsse wie Lärm, Menschenmassen, extreme Temperaturen, und auf sozialer Ebene gelten alltägliche Auseinandersetzungen, Lebenskrisen, Jobprobleme und Streitigkeiten als Stressoren. Soziale Isolation gilt als Stressor, denn unterstützende soziale Kontakte wirken Stressreaktionen heilsam entgegen.
Menschliche Reaktionen auf Stressbelastung zeigen sich physiologisch in diversen Reaktionen des autonomen Nervensystems (ich vertiefe das nicht weiter) sowie im Verhalten: Wer unter Stress steht, wird Ärger gemeinhin aus dem Weg zu gehen versuchen, es gibt allerdings auch die entgegen gesetzte Reaktion, dass sich Menschen unter Stress nämlich so verhalten, dass die Stressbelastung steigt; hierzu zählen auch selbstzerstörerische Verhaltensweisen wie Rauchen und Trinken.
In gewisser Hinsicht sind Stressreaktionen erlernt, denn das Gehirn entscheidet vor dem Hintergrund vergangener Erfahrungen, was als Stress bewertet wird. Die physischen Reaktionen sind zunächst einmal ein schlichter Schutzmechanismus des Körpers, zu beachten ist, dass diese Mechanismen nur hilfreich wirken, wenn die Stresssituation von kurzer Dauer ist. Sind Stressoren dauerhaft wirksam, sind die Reaktionen des Körpers eindeutig als schädlich zu bewerten. Unter längerfristigem Einfluss von Stress konnten Veränderungen der Gehirnfunktionen sowie der Gehirnstruktur nachgewiesen werden, arteriosklerotische Erkrankungen werden in diesem Spannungszustand in ihrer Entwicklung beschleunigt. Untersuchungen haben nachgewiesen, dass Stressoren wie soziale Konflikte und auch Dominanzhierarchien (etwa am Arbeitsplatz) zu derarigen Reaktionen führen.
Bei den psychologischen Zusammenhängen von Stress und Erkrankungswahrscheinlichkeit ist der Begriff Kontrolle bedeutsam: Theorie der erlernten Hilflosigkeit (learned helplessness). Untersuchungen dieser Copingstrategie erbrachten das Ergebnis, dass Stresserkrankungen im Jobumfeld abnehmen, wenn das Gefühl der Kontrolle erhöht und der Zeitdruck verringert werden können.
In der Wissenschaft arbeiten Neurologen und (klinische) Psychologen in enger Nachbarschaft an diesem Thema; Arbeits- und Organisationspsychologen befassen sich beispielsweise mit dem Stressmanagement am Arbeitsplatz; klinische Psychologen erforschen neuronale Implikationen der Stressphänomene und Therapeuten arbeiten am Burn-Out Syndrom als Langzeitfolge von Stressbelastung.
Webquellen zum Thema zu finden, betrachte ich als (...) “schwierig”, da zwar erheblich geforscht, nicht aber öffentlich lesbar publiziert wird. Vermutlich ist das Thema derart heissssssss …
Zitation
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02. Dezember '07
Braincasts: Gehirn und GeistPodcasts der Zeitschrift Gehirn&Geist zu Themen aus Neurowissenschaft, Philosophie und Psychologie liegen zum Anhören sowie zum freien Download bereit. » lesen ... |
05. Juni '07
MotivationMotivation wird in der Psychologie gemeinhin definiert als das, was Beginn, Form, Richtung, Intensität und Dauer menschlicher Handlungen bestimmt. Situative Einflüsse werden als motivierendes Potential in die Betrachtung einbezogen, persönliche Einflussfaktoren werden hier als Motive bezeichnet. » lesen ... |
03. Juni '07
Maslow, Abraham: Deprivation, Bedrohung und FrustrationGemäß der gängigen Definition bedeutet Frustration, dass man nicht das Ersehnte erhält, ein Wunsch wird nicht erfüllt, eine Gratifikation bleibt unerreicht. Dabei handelt es sich bei genauer Betrachtung sowohl um Deprivation, die für den Organismus weitgehend unschädlich ist, als auch um Deprivation, die zugleich die Persönlichkeit des Individuums bedroht (seine Lebensziele, Abwehrmechanismen, sein Selbstwertgefühl oder Sicherheitsempfinden). Nur eine bedrohliche Deprivation hat laut Maslow die Vielzahl von Auswirkungen, die generell der Frustration zugeschrieben werden. » lesen ... |


