Frankl: Rundfunkvorträge 1951-1955


d.wieser, 16. Juni 07

Über die Schlaflosigkeit

Obwohl es “Schlaflosigkeit” nicht wirklich gibt, da es sich eher um eine Schlafstörung handeln dürfte, bietet Frankl in diesem Vortrag einige psychische Hintergründe, die zum besseren Umgang mit diesem Phänomen beitragen sollen.

Schlaflosigkeit ist ähnlich wie Traumlosigkeit zunächst meist eine subjektive Täuschung, denn man schläft sehr wohl irgendwann ein, ebenso wie man sehr wohl träumt, diese Traumphasen beim Erwachen aber nicht mehr erinnert. Gegen Schlafstörungen bieten Medikamente keine echte Therapie, so Frankl, vielmehr eignen sie sich, um in Ausnahmesituationen den heilsamen Schlaf künstlich herbeizuführen.

Frankls Hauptthese lautet, es sei die Angst vor der Schlaflosigkeit, die den Schlaf blockiere. Im Sinne der Erwartungsangst entsteht somit ein Teufelskreis (circulus vitiosus) bzw. eine spiralförmige Entwicklung, in dessen Verlauf die Befürchtungen die Symptome weiter verstärken.

Die Therapie der Erwartungsangst stellt Frankl folgendermaßen dar: Es sei ein Fehler, dem Schlaf quasi auflauern zu wollen, denn mit der entsprechenden Anspannung des Geistes und der Verkrampfung des Körpers wirkt man dem Entspannungszustand entgegen, der zum Einschlafen notwendig ist. Gegen die Angst vor einer schlaflosen Nacht lässt sich immerhin ins Feld führen, dass der Körper sich die benötigte Dosis Schlaf in jedem Fall besorgen wird.

Dabei ist die Schlafdauer nicht wirklich relevant, es geht eher um die Schlafmenge, welche sich aus Schlafdauer plus Schlaftiefe ergibt. Zur Selbsttherapie sollte man nicht über den Schlaf nachdenken und auch nicht den bevorstehenden Tag durchdenken. Zuträglicher sei es, so Frankl, an den gewesenen Tag zu denken, so dass eventuelle Sorgen nicht unterdrückt werden müssen, sondern dem Bewusstsein zugänglich bleiben.

Eine besonders amüsante weil paradoxe Therapie schlägt Frankl vor, um den Teufelskreis der Erwartungsangst dauerhaft zu durchbrechen: Statt den Schlaf erzwingen zu wollen, könnte man sich einfach vornehmen, eine schlaflose Nacht zu verbringen. Ein bewusster Verzicht auf Schlaf wird erfahrungsgemäß recht bald den Schlaf garantieren.

Ein zu unterscheidendes Phänomen ist die Durchschlafstörung. In einem solchen Fall rät Frankl, nicht das Licht einzuschalten oder zu lesen und ebenso wenig den bevorstehenden Tag zu planen. Vielmehr solle man versuchen, an den eben verlorenen Traum anzuknüpfen, um nicht gänzlich aus der unterbrochenen “Traumstimmung” (78) herauszufallen. Generell gilt der Ratschlag, man möge sich nicht dem naheliegenden Ärger hingeben, da Ärger das Einschlafen mit ziemlicher Sicherheit auf längere Zeit verhindern werde.


Zitation

wieser, d. (16. Juni '07): Frankl: Rundfunkvorträge 1951-1955, URL: http://www.social-psychology.de/sp/notizen/frankl-vortraege

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04. Juni '08

Vorlesung zu Grundlagen der Sozialpsychologie SS 08

Prof. Dr. Heiner Keupp von der Ludwig-Maximilians Universität in München hält im Sommersemester 2008 eine Vorlesung zu den Grundlagen der Sozialpsychologie. Die Videos sind im Quicktime Player abspielbar, außerdem stehen begleitende Vorlesungsunterlagen im pdf-Format zum Download bereit.


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Schlüsselkonzept
27. Januar '08

Humor

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Humor eine ganze Bandbreite sozialer Funktionen übernehmen und dabei oft sehr widersprüchliche Zwecke erfüllen kann. Er kann Zustimmung und Geselligkeit zum Ausdruck bringen ebenso wie Widerspruch und Aggression. Humor ermöglicht Kooperation und Koordination innerhalb von Gruppen ebenso wie Widerstand und Ausschluss. Bei genauer Betrachtung spielt der Humor in Gruppendynamiken sogar eine bedeutende Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Solidarität und Verbundenheit, allerdings auch bei Macht- und Statusverlust.


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Referat
03. Juni '07

Maslow, Abraham: Deprivation, Bedrohung und Frustration

Gemäß der gängigen Definition bedeutet Frustration, dass man nicht das Ersehnte erhält, ein Wunsch wird nicht erfüllt, eine Gratifikation bleibt unerreicht. Dabei handelt es sich bei genauer Betrachtung sowohl um Deprivation, die für den Organismus weitgehend unschädlich ist, als auch um Deprivation, die zugleich die Persönlichkeit des Individuums bedroht (seine Lebensziele, Abwehrmechanismen, sein Selbstwertgefühl oder Sicherheitsempfinden). Nur eine bedrohliche Deprivation hat laut Maslow die Vielzahl von Auswirkungen, die generell der Frustration zugeschrieben werden.


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