Frankl: Rundfunkvorträge 1951-1955


d.wieser, 16. Juni 07

Der Arzt und das Leiden

In enger Anbindung an den Vortrag zum Thema Euthanasie legt Frankl hier den Umgang mit Leiden vornehmlich in der Dynamik zwischen Patient und Arzt bzw. Psychotherapeut dar.

Schon im Vortrag Gnadentod oder Massenmord hatte sich Frankl mit der Aufgabe des Arztes auseinander gesetzt, das Leben des Menschen als höchstes Gut zu achten und einen so genannten “Gnadentod” für unheilbar Kranke aus ethischen und humanitären Gründen ausgeschlossen. In diesem Vortrag nun knüpft er daran an, indem er den Umgang mit notwendigem Leid thematisiert.

Wenn Leiden nicht medizinisch verringert werden kann, müsse der Arzt dem Patienten Größeres “abverlangen”, als nur eine Operationsangst zu überwinden, dem unheilbar leidenden Patienten müsse “die Demut, es hinzunehmen, es auf sich zu nehmen” (149) abverlangt werden. Dabei geht es Frankl um die Erlangung einer passenden inneren Haltung dem Schicksal gegenüber. Denn nach seiner Theorie hat selbst “schicksalhaft notwendiges Leiden” (149) immer einen Wert im Hinblick auf den Lebenssinn: “Der Sinn liegt dann darin, in welcher Haltung wir ihm begegnen […] in diesem Wie ist eine Möglichkeit gegeben, Sinn zu erfüllen und in unser Leben hineinzuinvestieren; […] eine letzte Chance hiezu bliebt auch dem unheilbar und aussichtslos leidenden Menschen gewahrt” (149).

Im Sinne ärztlicher Seelsorge sei es laut Frankl Aufgabe des Arztes, seine Patienten nicht nur arbeits- und genußfähig zu machen, sondern sie im Falle unheilbaren Leidens auch leidensfähig zu machen.

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Auch wenn diese Perspektive befremdlich wirkt und den Patienten übermenschliches Heldentum abverlangt, so ist sie in Auseinandersetzung mit der Euthanasiefrage Frankls Antwort auf die Setzung, unheilbar Erkrankte seien in ihrem Lebenswillen nicht durchschaubar, geschweige denn dürfe man sich zum Richter über den Sinn ihres Lebens aufschwingen.

Folgerichtig postuliert er in diesem Vortrag, gerade dort, wo andere es wagen könnten, den unsäglichen Begriff “lebensunserten Lebens” einzubringen, sei die höchste Sinnerfüllung im Dasein eines Menschen zu verorten: ein in Demut auf sich genommenes Schicksal und eine ehrenhafte Haltung in der Konfrontation mit Leid und Tod.


Zitation

wieser, d. (16. Juni '07): Frankl: Rundfunkvorträge 1951-1955, URL: http://www.social-psychology.de/sp/notizen/frankl-vortraege

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04. Juni '08

Vorlesungen zur Sozialpsychologie WS 05/06

Prof. Dr. Heiner Keupp und Prof. Dr. Dieter Frey von der Ludwig-Maximilians-Universität München sind mit Vorlesungen zu Grundlagen der Sozialpsychologie (2005/2006) online als Videovorlesung zu verfolgen. Es handelt sich um insgesamt 26 Vorlesungen in bemerkenswerter technischer Qualität — von inhaltlichen Qualitäten will ich gar nicht reden… ein echter Favorit im Netz.


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06. Juni '07

Essstörung

Charakteristisch ist eine obsessive Beschäftigung mit Nahrung, Nahrungsaufnahme und Körpergewicht. Ursachen der verschiedenen Erkrankungsformen liegen grob gefasst im Bereich des Selbstwertgefühls sowie auch in gesellschaftlichen (medialen) Botschaften, welche Schlankheit mit Glücklichsein assoziieren.


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Referat
03. Juni '07

Miller, Neil E.: Frustration-Aggression Hypothese

Miller gibt eine Neuformulierung der Hypothese: Frustration führt zur Überprüfung verschiedener Reaktionsweisen, darunter auch die Initiierung zu einer Form aggressiven Verhaltens. Fortgesetzte Frustrationserfahrungen können erfolgreiche nicht-aggressive Reaktionen aushebeln, so dass doch noch die aggressive Verhaltensweise zutage tritt.


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