Sears, Robert R.: Non-Aggressive Reaktionen auf Frustration


d.wieser, 03. Juni 07

Robert R. Sears stellt 1940 im Rahmen des Symposium on Effects of Frustration der Eastern Psychological Association ein analytisches Konzept vor, mittels dessen sich alternative Verhaltensweisen als Reaktion auf Frustrationserlebnisse darstellen lassen.

Nach seiner systematisierenden Darstellung findet Frustration in folgendem Kontext statt:

Robert R. Sears stellt 1940 im Rahmen des Symposium on Effects of Frustration der Eastern Psychological Association ein analytisches Konzept vor, mittels dessen sich alternative Verhaltensweisen als Reaktion auf Frustrationserlebnisse darstellen lassen.

Nach seiner systematisierenden Darstellung findet Frustration in folgendem Kontext statt:
Jede laufende Aktivität geht auf eine Form der Initiierung zurück. Die Aktivität selbst repräsentiert eine Sequenz instrumenteller Handlungen, die dazu dienen, Organismus und Umfeld in einen Kontext zu bringen, welcher die Zielhandlung ermöglicht.

Es gibt zwei denkbare Konsequenzen dieser Ausgangssituation:

  1. Die Handlungssequenz wird durchgehalten, so dass der Organismus die Zielhandlung durchführen kann.
  2. die instrumentellen Handlungen sind gehemmt, so dass der Organismus die Zielhandlung nicht durchführen kann. Hierin ist das Frustrationskonzept verankert.

Eine mögliche Folgeerscheinung ist die Entstehung einer sekundären, durch Frustration hervor gerufenen Handlungsinitiierung; die Zielreaktion wäre Aggression. Damit werden noch keine Aussagen darüber möglich, was infolge der Frustration mit dem ursprünglichen (primären) Auslöser geschieht.

Nun gibt es mindestens drei denkbare Handlungsabläufe:

  1. Der Organismus wiederholt die ursprünglichen instrumentellen Handlungen, um das ursprüngliche Ziel zu erreichen.
  2. Der Organismus entwickelt alternative instrumentelle Handlungen, um das ursprüngliche Ziel zu erreichen (i.w.S. Konzept des Trial and Error Lernens)
  3. Der Organismus entwickelt alternative instrumentelle Handlungen, um eine andere zielorientierte Reaktion zu erreichen (i.w.S. Freuds Konzept von Regression und Sublimierung bzw. Konzept der Ersatzhandlungen).

Frustration hat nach dieser Darstellung hemmende oder auslöschende Wirkung auf die ursprüngliche Zielreaktion und wirkt unter bestimmten Bedingungen auf alle verfügbaren Ersatzreaktionen ein. Dann werden alternative Reaktionen, die nicht mit der ursprünglichen Zielreaktion verbunden sind, relativ dominant:
Entweder kommt es zu einer Ersatzhandlung oder zu einer Verkapselung, wenn eine vollständige Hemmung gegeben ist.

Weitergehende Systematisierungen sind durchaus denkbar, so Sears, wenn es um die Offenlegung des gesamten Repertoirs möglicher individueller Reaktionen und der Ergründung spezifisches Verhalten auslösender Faktoren geht. Die Untersuchung dieser beiden Punkte sei notwendig, um wissenschaftliche Erkenntnisse zum Phänomen der Frustration in den Kanon der Verhaltenswissenschaft einzugliedern. Sears selbst schlägt also ein denkbares System vor, das sich bislang als hilfreich erwiesen hat, um dem Phänomen auf die Spur zu kommen; die Schlüsselbegriffe lauten: Initiierung, instrumentelle Handlungen und zielgerichtete Reaktion.

Quelle:
Sears, Robert R.: Non-Aggressive Reactions to Frustration, 1940 (Host: yorku.ca) HTML


Zitation

wieser, d. (03. Juni '07): Sears, Robert R.: Non-Aggressive Reaktionen auf Frustration, URL: http://www.social-psychology.de/sp/notizen/sears-frustration


04. Juni '08

Vorlesungen zur Sozialpsychologie WS 05/06

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05. Juni '07

Motivation

Motivation wird in der Psychologie gemeinhin definiert als das, was Beginn, Form, Richtung, Intensität und Dauer menschlicher Handlungen bestimmt. Situative Einflüsse werden als motivierendes Potential in die Betrachtung einbezogen, persönliche Einflussfaktoren werden hier als Motive bezeichnet.


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31. Januar '08

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