Sherif, Cantril: Psychologie der "Einstellungen"


d.wieser, 22. Juli 07

Part I

Im täglichen Leben jeder Gesellschaft ist konformes Verhalten – immer eingedenk individueller Variation – zu beobachten, so die Autoren. Bei der psychologischen Untersuchung konformen Verhaltens des Individuums als Mitglied einer Gruppe führen Analyse und Erklärungsansätze notwendig zur Auseinandersetzung mit Einstellungen ( attitudes ).

Der Prozess, in dessen Verlauf Konformität innerhalb einer Gruppe erreicht wird, hat die Bildung angemessener Einstellungen aller Gruppenmitglieder bezüglich sozial standardisierter Werte (Normen) oder anderer Verhaltensregeln zur Grundlage. Bei der Erforschung von Einstellungen muss die gegenseitige Abhängigkeit von im Laborexperiment gewonnenen und in lebensnahen Situationen (Feldforschung) gewonnenen Daten beachtet werden. Sherif und Cantril stellen hier eine Zusammenschau der Ergebnisse aus beiden Forschungspfaden zusammen, um den aktuellen Stand zur Einstellungspsychologie darzulegen:

Zum Zeitpunkt, als der Fachartikel verfasst wurde, gab es bereits umfangreiche Forschungen zum Thema Einstellungen, allerdings keine vereinheitlichte, anerkannte Psychologie der Einstellungen. Nach Überzeugung der Autoren ist derselbe psychologische Mechanismus Grundlage der unter strengen Laborbedingungen untersuchten Einstellungen wie auch der Einstellungen, die in komplexen sozialen Situationen beobachtet worden waren. Der vorliegende Text präsentiert die Suche nach gut erforschten funktionalen Variablen und Konzepten aus Laborforschung sowie auch den Feldforschungen der Autoren, um vornehmlich die Übertragbarkeit auf echte soziale Interaktion mit komplexeren sozialen Phänomen zu untersuchen, so dass ein Konzept der Einstellung mit wissenschaftlicher Allgemeingültigkeit erstellt werden kann.

Charakterisierung der Einstellungen

Nach Allport ist der funktionale Zustand der Bereitschaft ( readiness ) als Kennzeichen von Einstellungen eines Menschen hervor zu heben – allerdings ist natürlich nicht jeder Zustand der Bereitschaft auf eine zugrunde liegende Einstellung zurück zu führen – «… das essentielle Merkmal der Einstellung ist eine Vorbereitung auf oder Bereitschaft zu einer Reaktion», so Allports Definition.

Demnach kann man festhalten, dass eine Komponente im Individuum bestimmt, dass sich das Individuum in selektiver Weise verhält – nicht passiv oder neutral reagiert – sondern sich im Bezug zu bestimmten Reizen in spezifischer Weise verhalten wird.


Zitation

wieser, d. (22. Juli '07): Sherif, Cantril: Psychologie der "Einstellungen", URL: http://www.social-psychology.de/sp/notizen/sherif-cantril-einstellungen

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05. Dezember '07

Psychology Press Podcast

Am 04. Dezember 2007 veröffentlicht Psychology Press ein Audio-Interview mit Viren Swami zum Thema zwischenmenschlicher Anziehung. Der Psychologe ist Co-Autor eines Buches über körperliche Attraktivität mit dem Titel The Psychology of Physical Attraction.


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Schlüsselkonzept
25. September '07

Einstellung

Einstellungen sind ihrer Natur gemäß subjektiv, stellen also nicht unbedingt ein objektives Abbild der wahrgenommenen Wirklichkeit dar. Sie sind vielmehr eng mit dem Bereich der Gedanken und Empfindungen des Individuums verbunden. Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, welche Aufgabe Einstellungen im Leben des Individuums erfüllen …


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Referat
03. Juni '07

Eine Kulturgeschichte der Ess-Störungen

Herausragend ist die Grundhaltung der Autoren, die sich nicht perspektivisch auf ein Fachgebiet festlegen, sondern in anregender Weise zwischen den unterschiedlichsten Welt-, Menschen- und Gesellschaftsbildern wechseln. Wie man die endemische Ausbreitung der Essstörung in der heutigen Zeit zu deuten hat, lassen die Autoren im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft offen.


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