
Ellis, Albert [*1913]
unbedingte Selbstakzeptanz
unconditional self-acceptance
Ellis betont immer mehr, wie wichtig die unbedingte Selbstakzeptanz ist. Er sagt, bei der REBT wird niemand verdammt, egal, welche schrecklichen Taten jemand auch getan haben mag, und wir sollen uns selbst als das, was wir sind, akzeptieren, statt uns nur an dem zu messen, was wir erreicht haben.
Eine Technik, die er in diesem Zusammenhang erwähnt, ist, den Klienten von seinem inneren Wert als menschliches Wesen zu überzeugen. Allein am Leben zu sein, verleiht Ihnen schon Wert.
Er merkt an, dass die meisten Theorien sehr intensiv mit Selbstwertgefühl arbeiten, mit Ich-Stärkung und ähnlichen Konzepten. Wir sind natürlicherweise bewertende Wesen, und das ist gut so. Doch wir gehen von der Bewertung unserer Eigenschaften und Handlung einen Schritt weiter zur Bewertung dieser vagen holistischen Einheit, die als “Selbst” bezeichnet wird. Wie können wir das tun? Und wozu soll das gut sein? Ellis glaubt, von einer solchen Vorgehensweise sei nur Schaden zu erwarten.
Es gibt ihm zufolge legitime Gründe, warum man sein eigenes Selbst oder Ich stärkt: Wir wollen gesund und am Leben bleiben, wir wollen das Leben genießen und so weiter. Doch es sind weit mehr Arten, auf die die Stärkung des Selbst oder des Ich sich schädlich auswirken kann, wie an folgenden Beispielen irrationaler Annahmen gezeigt:
- Ich bin etwas Besonderes, oder ich bin verdammt.
- Ich muss geliebt und umsorgt werden.
- Ich muss unsterblich sein.
- Ich bin entweder gut oder schlecht.
- Ich muss mich beweisen.
- Ich muss alles bekommen, was ich will.
Ellis geht fest davon aus, dass die Selbstbewertung zu Depression und Repression führt, sowie zur Vermeidung von Veränderung. Am gesündesten ist es, wenn wir ganz damit aufhören, uns selbst zu bewerten!
Doch vielleicht ist diese Vorstellung von einem Selbst oder einem Ich überzogen. Ellis ist bezogen auf die Existenz eines “wahren” oder “realen” Selbst recht skeptisch. Ihm missfällt insbesondere die Vorstellung, es gebe einen Konflikt zwischen einem Selbst, das durch Selbstverwirklichung gefördert wird und einem Selbst, das von der Gesellschaft gefördert wird. Im Grunde, so Ellis, ist es wahrscheinlicher, dass unsere Natur und die jeweilige Gesellschaft sich gegenseitig unterstützen, statt als Antagonismen zu wirken.
Ellis ist sich keines Beweises eines transpersonalen Selbst oder einer transpersonalen Seele bewusst. Der Buddhismus kommt zum Beispiel sehr gut ohne diese Vorstellung aus! Und er ist skeptisch, wenn es um die veränderten Bewusstseinszustände mystischer Traditionen und transpersonaler Psychologie geht. Für ihn sind diese Zustände eher inauthentisch und nicht transzendent!
Andererseits sieht er die Wurzeln seiner Theorie in der antiken Stoiker-Tradition, gestützt von Philosophen wie Spinoza. Er erkennt zusätzliche Ähnlichkeiten im Existentialismus und der existentialistischen Psychologie. Jede Theorie, die dem Individuum und seinen Annahmen die Verantwortung auferlegt, wird Parallelen zu Ellis REBT aufweisen.
Zitation
Bandura, Albert [*1925 ] « | » Soziobiologie
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