Fromm, Erich [1900-1980]

Biographie

Erich Fromm ist 1900 in Frankfurt geboren. Sein Vater war Geschäftsmann und laut Erich ein eher missmutiger Mensch. Seine Mutter war oft niedergeschlagen. Anders ausgedrückt, wie so viele der Menschen, mit denen wir uns hier schon beschäftigt haben, war auch Erich Fromms Kindheit keine besonders glückliche.

Genau wie Jung kam auch Erich aus einer religiösen Familie, in diesem Fall aus dem Bereich des orthodoxen Judentums. Fromm selbst wurde später ein atheistischer Mystiker, wie er sich selbst bezeichnete.

In seiner Autobiographie Jenseits der Illusionen ( Beyond the Chains of Illusion ) erzählt Fromm von zwei Ereignissen in seiner frühen Adoleszenz, die ihn auf seinen Weg brachten. Im ersten Ereignis geht es um einen Freund der Familie:

Maybe she was 25 years of age; she was beautiful, attractive, and in addition a painter, the first painter I ever knew. I remember having heard that she had been engaged but after some time had broken the engagement; I remember that she was almost invariably in the company of her widowed father. As I remember him, he was an old, uninteresting, and rather unattractive man, or so I thought (maybe my judgment was somewhat biased by jealousy). Then one day I heard the shocking news: her father had died, and immediately afterwards, she had killed herself and left a will which stipulated that she wanted to be buried with her father. (S. 4)

Man kann sich denken, dass diese Nachricht den 12jährigen Erich schockierte, er stellte sich die Frage, die sich wohl viele von uns in dieser Situation stellen würden: Warum? Später begann er bei Freud einige Antworten zu finden – zugegebenermaßen partielle Antworten.

Das zweite Ereignis war der Erste Weltkrieg. Im zarten Alter von 14 Jahren sah Erich Fromm die Extreme, die der Nationalismus erreichen konnte. Überall um sich herum hörte er die Botschaft: Wir (die Deutschen, oder präziser, deutsche Christen) sind großartig; die anderen (die Briten und ihre Alliierten) sind billige Söldner. Der Hass, die “Kriegshysterie”, jagte ihm einen Schrecken ein, wie man sich vorstellen kann.

Und wieder wollte er etwas Irrationales verstehen – die Irrationalität des Massenverhaltens – und diesmal fand er einige Antworten in den Schriften von Karl Marx.

Fromms Lebensgeschichte geht folgendermaßen weiter, er erhielt 1922 den Doktortitel an der Universität Heidelberg und begann seine Laufbahn als Psychotherapeut. 1934 zog er in die USA – eine gute Zeit, Deutschland zu verlassen! – und ließ sich in New York City nieder, dort kam er mit vielen aus Deutschland geflohenen Denkern in Kontakt, unter anderem mit Karen Horney, mit der er eine Affäre hatte.

Gegen Ende seiner Karriere zog er nach Mexiko City, um dort zu lehren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits bedeutende Forschungen zu der Beziehung von wirtschaftlicher Klasse und Persönlichkeitstypen betrieben. Er starb 1980 in der Schweiz.

Zitation

Boeree, C. George (08. Juni 2007): Persönlichkeitstheorien: Fromm, Erich [1900-1980], URL: http://www.social-psychology.de/sp/pt/fromm

Text ist in Seiten aufgespalten » Text nicht aufspalten

angrenzende Kapitel:
|

© 1998-2008 Dr. C. George Boeree. All rights reserved.
© dt. 2006-2008: d.wieser für social-psychology.de. All rights reserved.