
Kelly, George [1905-1967]
Theorie
Kellys Theorie beginnt mit dem, was er seine “fruchtbare Metapher” ( fruitful metaphor ) nannte. Er hatte lange zuvor festgestellt, dass Wissenschaftler und Therapeuten oftmals eine besondere Einstellung den Menschen gegenüber an den Tag legten: Während sie gut von sich selbst dachten, neigten sie dazu, auf ihre Klienten und Forschungsprobanden hinabzusehen. Sich selbst sahen sie als Menschen, die sich mit den Künsten der Vernunft und der Empirie beschäftigten, gewöhnliche Menschen aber hielten sie für die Opfer ihrer sexuellen Energien oder für Opfer konditionierender Geschichte. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung mit Studenten und Farmern in Kansas stellte Kelly fest, dass sich auch die gewöhnlichen Menschen mit Wissenschaft beschäftigten, auch sie versuchten zu verstehen, was um sie herum vorging.
Folglich sind die Leute – gewöhnliche Leute – Wissenschaftler. Sie haben Konstrukte ihrer Realität erschaffen, genau wie Wissenschaftler ihre Theorien zusammenstellen. Sie haben Hoffnungen und Erwartungen, die den Hypothesen der Wissenschaftler entsprechen. Sie ändern ihr Verhalten, um diese Erwartungen zu testen, wie bei den Experimenten der Wissenschaftler. Auf der Basis ihrer eigenen Erfahrungen verbessern sie ihr Verständnis der Realität, so wie Wissenschaftler ihre Theorien den Fakten anpassen. Von dieser Metapher stammt Kellys ganze Theorie.
Zitation
Piaget, Jean [1896-1980] « | » Bandura, Albert [*1925 ]
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