
2.4 Psychologische Variablen
Obwohl es in der Theorie der Perspektiven um das Psychologische geht, heißt das nicht, dass das Biologische ignoriert wird.
Gewisse Neigungen spielen bei Neurose und Psychose mit Sicherheit eine Rolle. Manche von uns sind mit Temperamenten geboren, die uns nervös und leicht erregbar machen. Andere haben ihr ganzes Leben lang Schwierigkeiten damit, Freude zu empfinden. Wieder andere haben Schwierigkeiten, Fantasie und Realität zu trennen. Anders ausgedrückt haben wir vielleicht verschiedene “Hardwareprobleme”, die das Auftreten gewisser “Softwareprobleme” wahrscheinlicher machen. Es gibt unwiderlegbare Hinweise dafür, dass Schizophrenie, Depression und besonders obsessiv-zwanghafte Erkrankungen genetische und physiologische Komponenten aufweisen.
Dennoch muss man davon ausgehen, dass diese Erkrankungen trotzdem psychologische Erkrankungen sind: Abgesehen davon dass Geisteskrankheit ihre Bühne im persönlichen Bewusstsein hat, gibt es Beweise dafür, dass auch Umweltfaktoren für die Entwicklung von Neurose und Psychose essentiell sind. Es ist wichtig, dass wir uns vergegenwärtigen, dass einige Menschen, die mit einer physiologischen Neigung zu gewissen Problemen, in einer Umwelt aufwachsen, die sie gesund erhält, andere hingegen sind physiologisch gesund und erliegen dann überwältigenden extremen Umweltbedingungen.
Zitation
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