Forschung Online


d.wieser, 16. Juni 07

Im Netz finden sich mitunter hervorragend benutzerfreundliche Darstellungen sozialwissenschaftlicher Forschung… eine kommentierte Auswahl meiner Favoriten:

BIS-Verlag Uni Oldenburg

Der Verlag konzentriert sich auf papierne Information, einige Fachpublikationen (sogar neueren Datums) sind zudem als pdf downloadbar — und zwar auf denkbar bestem Niveau. Eine Vorauswahl an thematischen Direktlinks:
Psychologie | Sozialwissenschaften | Pädagogik | Philosophie

Scheinbar kann man Publikationen nicht nach pdf-Verfügbarkeit anzeigen lassen; das Browsen durch die ausführliche Liste kann allerdings durchaus zum lohnenden Beutezug werden.
» Host: uni-oldenburg.de

CRISP

Das E-Journal befasst sich ausschließlich mit Current Research in Social Psychology und zwar seit 1995 in wachsendem Umfang und hervorragender Qualität. Es handelt sich um schön kontextualisierte Reportagen aus dem Forschungsalltag; zumeist werden quantitative Studien vorgestellt, qualitative Arbeiten sind nicht gesondert gekennzeichnet (und haben ohnehin eher als Raritäten zu gelten). Da CRISP sich als erstes peer-reviewed E-Journal zum Thema Sozialpsychologie darstellt, bleibt zu hoffen, dass diese Institution der University of Iowa sich noch wirklich lange im Internet halten wird.
» Host: uiowa.edu

Forum Qualitative Sozialforschung

Okay, der Monsterbalken verstört mich so arg, dass die Navigation zum Angstgegner wird: Die Site bietet neben einem in großzügigen Viermonatsabständen erscheinenden E-Journal auch Buchbesprechungen, irgendwelche Debatten, Konferenzen und ominöse Interviews zum Thema qualitative Sozialforschung. Die Beiträge versprechen zweisprachig zu sein, tatsächlich jedoch ist der “Volltext” meist nur in einer Sprache, die “Abstracts” genehmigt man dann doch noch mehrsprachig (was ich nicht als “mehrsprachig” durchgehen lasse). Irgendwie ist dies die einzige deutsche Site mit echtem amerikanisiertem Profieinschlag, was Zielsetzung und Struktur betrifft. Die Beiträge sind so spezialisiert, dass man’s kaum fassen kann; wenn man sich im Fach auskennt wird man vermutlich frohlocken — für Anfänger ehr abstoßend.
» Host: qualitative-research.net

Online-Experimente zur Attraktivitätsforschung

Eine begrenzte aber gut gestylte Auswahl an online Befragungen zum Thema äußere Attraktivität. Ich habe einige dieser länglichen Fragebögen begonnen, muss aber ehrlich eingestehen, dass ich irgendwie ganz gerne eine Art von “Feedback” nach den Tests gehabt hätte…
» Host: uni-saarland.de

Onlinebefragungen der Ruhr-Uni Bochum

Die Themenauswahl ist begrenzt und eher lasch, User können Tests mal online durchgehen und mal wird der Fragebogen zugemailt. Partnerschaft scheint das Lieblingsthema der Bochumer Psychologen zu sein.
» Host: ruhr-uni-bochum.de

Philosophie der Psychologie

Ein E-Journal von ganz besonderer Ausrichtung, ein graphisches Understatement, das die gepfefferten Inhalte überhaupt nicht recht vorausahnen lässt. Seit März 2005 sind fünf Ausgaben dieser online-Zeitschrift erschienen, und ich empfehle den Besuch wärmstens. Sämtliche Beiträge sind in pdf-Format vorhanden. Die Themenauswahl ist ein wenig vorgruppiert, die Beiträge selbst aber sind mitunter harter Theorie-Tobak, wenn man philosophische Meta-Texte nicht gerade täglich konsummiert… Das Projekt sollte unbedingt ausgedehnt werden. Ich hoffe sehr, dass dieses E-Journal Bestand haben wird — ich lerne dort eine ganze Menge!

Psychological Research on the Net

Das Hanover College bietet Forschern Raum für Onlinefragebögen, die zudem noch hübsch thematisch sortiert und terminlich auf dem neusten Stand sind: Dergleichen findet sich tatsächlich ehr selten.
» Host: hanover.edu

Psytests

Online-Forschung an der Humboldt Universität Berlin: ansprechende Forschungsthemen, gut aufbereitete, umfangreiche Befragungen mit anschließender Vorab-Auswertung.
» Host: hu-berlin.de

Web Experimental Psychology

Ein Kracher an Aufmachung und Inhalt: Ulf-Dietrich Reips macht alle Inhalte der Site in englischer sowie deutscher Sprache zugänglich, dabei geht es um Experimente, die sich am Bildschirm durchführen lassen (eine schier unendliche Liste von Darbietungen, die man tatsächlich anklicken muss, um sich ein Bild zu verschaffen). Die Site ist aktuell und irgendwie aufregend — wenngleich ich mir den Hinweis nicht verkneifen kann, dass sich die Oberfläche noch anhübschen ließe.
» Host: unizh.ch


Zitation

wieser, d. (16. Juni '07): Forschung Online, URL: http://www.social-psychology.de/sp/favoriten/forschung-online


16. Juni '07

Periodika (engl.)

Für mich kein Problem, und trotzdem die unendliche Geschichte mit der kognitiven Herausforderung: englisch lesen, nach deutsch umsortieren; nunja, das Englische beherrscht die E-Journal-Szene. Meine Favoriten …


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Schlüsselkonzept
06. Juni '07

Aggression

Aggression umfasst in psychologischem Verständnis die bewusste, willentliche Verletzung anderer Personen. Nicht nur Handlungen, auch Worte gelten als verbale Aggression, wenn sie anderen psychologischen Schaden zufügen. Darüber hinaus können auch Gedanken bzw. Phantasien als aggressiv gelten, welche die Verletzung anderer zum Inhalt haben.


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Referat
05. Juni '07

Hall & Crisp: Angstinduzierte Reaktionsbeständigkeit und Stereotypänderung

Ein fulminanter Auftakt des Artikels in einem einzigen Satz: In Gesellschaften mit egalitären Normen müssen stereotype Denkweisen unterdrückt werden. Interessant, dass gleich die Denkweise unterdrückungswürdig sein soll, meine These wäre, man ist gehalten darauf zu achten, welchem Publikum man die Äußerungen solcher Stereotype präsentiert. Übrigens geht der Begriff des Stereotyps auf Lippmann (1922) zurück und meint eine vorgefasste Meinung über soziale Gruppen. Es konnte experimentell nachgewiesen werden, dass beispielsweise die normative Sensibilität der Zielgruppe, die Schuldgefühle der Probanden oder auch die Motivation, vorurteilsfrei zu sein, bei diesem Prozess eine Rolle spielen.


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